Kulturgeschichtsmuseum versus Gemäldegalerie

Das Prinzip des Kulturgeschichtsmuseums besteht darin, mit mittlerer Kunst und erstklassigem Kunstgewerbe ein Panorama einer Epoche zu entwerfen. Das schließt nicht aus, dass unter den Exponaten auch einzelne große Werke sind, wie in der sehenswerten Präsentation „Renaissance-Barock-Aufklärung“ im Germanischen Nationalmuseum, die Originale von Dürer, Altdorfer und Grien mit Meisterstücken des süddeutschen Kunsthandwerks kombiniert. Aber das Kunsterlebnis ist nicht das zentrale Anliegen dieser Museen. Vielmehr geht es ihnen darum, jene „Welten“, die MacGregor beschwört, für den Besucher zu öffnen – Lebenswelten, Gefühlswelten, Denkwelten. Das Einzelwerk ist dabei nur ein Glied in der Beweisführung.

Andreas Kilb: Berliner Gemäldegalerie. Ein Vorschlag, wie man die Kunst zum Schweigen bringt. FAZ Online, 2013-02-28.

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