Belanglose Dekoration (Museum)

Vor fast genau hundert Jahren hatte Marcel Proust die Nase voll von der damals angesagten Museumsmode. „Man ,präsentiert‘ heute ein Bild inmitten von Möbeln, kleinen Kunstgegenständen und Vorhängen ,aus der Epoche‘“, schrieb er im zweiten Buch der „Suche nach der verlorenen Zeit“, „in einer belanglosen Dekoration, die jetzt in neu eingerichteten Stadthäusern eine gestern noch in diesen Dingen völlig unwissende Hausherrin großartig zustande bringt. . . Aber auf allen Gebieten hat ja unsere Zeit die Manie, uns die Dinge in ihrer natürlichen Umgebung vor Augen führen zu wollen und damit das Wesentliche zu unterschlagen, nämlich den geistigen Vorgang, der sie aus jener heraushob.“

Andreas Kilb: Berliner Gemäldegalerie. Ein Vorschlag, wie man die Kunst zum Schweigen bringt. FAZ Online, 2013-02-28.

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